alles wird gut...

publiziert am 20. Dezember 2011 im Bote vom Untersee
publiziert am 27. Dezember 2011 im Steiner Anzeiger
publiziert am 07. Januar 2012 in den Schaffhauser Nachrichten

In Zeiten allgemeiner Verunsicherung (siehe grosse Politik) ist man doch froh, wenn es noch ein paar Dinge gibt – wie die neue Sporthalle Hopfengarten – die einfach klar und übersichtlich sind – ist sie das ?

Zumindest alle Parteien und Vereine sind ausnahmslos dieser Auffassung und sind dafür. Bei solch „gewichtigem“ Argument verbietet sich jegliches Gegenargument – von allein.

Und doch weisen wir nun auf folgendes hin.
So wie die Sporthalle jetzt, kurz vor der Realisierung steht, gibt es keine Antworten auf folgende Fragestellungen:

Frage 1:  Finanzen

Wieso muss diese Schulsporthalle 16 Mio. Franken kosten, wo doch nachweislich der Bedarf (bei einer bedarfsgerechten Planung) mit maximal 11-12 Mio. Franken sehr gut lösbar und baubar wäre?
An anderer Stelle wird intensiv um Beträge von ca. 10'000.—Franken gerungen – bei dieser Schulsporthalle kann man offenbar nicht grosszügig genug sein. Wichtig wäre es, sich zu vergegenwärtigen, dass die Aufgabe darin bestand einen sinnvollen Zweckbau zu errichten und eben nicht einen Repräsentationsbaukörper.
Mit den möglichen Einsparungen – in der Grössenordnung von ca. 4 Mio. Franken könnten an anderer Stelle -  beispielsweise beim Zeughaus oder Strandbad – jeweils wirklich gute Lösungen entwickelt werden
– für alle Einwohner von Stein am Rhein.
Insbesondere die Stadtmusik könnte im Zeughaus endlich ihr definitives und gutes zu Hause finden.

Frage 2:  Tageslicht

Wieso ist die innere Organisation dieser Sporthalle so gewählt, dass die 3 Spielfelder fast kein Tageslicht haben und keinen Blick ins Grüne ermöglichen?
Uns allen ist doch sehr wohl bewusst, dass eine gute Tageslichtausleuchtung eine wichtige Voraussetzung ist für niedrige Betriebskosten. Darüber hinaus ist eine angenehme Raumathmosphäre nur mit genügend Tageslicht machbar.
Eine entsprechende grundrissliche Neuordnung halten wir für unumgänglich.
Zum Beispiel siehe Link neue Sporthalle Reutlingen(D) incl. pdf-Pläne

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Frage 3:  Energiekonzept

Wieso hat diese Sporthalle ein Dach, dass zwar geometrisch kompliziert ist, aber von Anfang an nicht so gebaut wird, dass Sonnenkollektoren eine optimale Anordnung finden?

Gerade diese ökologisch sinnvolle und langfristig geradezu notwendige Architektur könnte und müsste hier exemplarisch gebaut werden.

Frage 4:  Umgebungsgestaltung

Ist eine derart aufwändige, Aussenanlage wirklich notwendig?

Die topografischen Voraussetzungen (Lage am Hang) sind nicht einfach.

Ein qualitätvoller Lösungsvorschlag liegt darin, mit möglichst geringem Aufwand, das heisst ohne allzu grosse Erdbewegungen die Einbindung des Baukörpers in die Landschaft möglich zu machen. Das genaue Gegenteil ist derzeit der Fall. Geplant sind eine Vielzahl gigantischer Stützmauern auf dem ganzen Gelände, ohne dass hierdurch beispielsweise die notwendigen Parkplätze z.B unter dem Aussenspielplatz untergebracht wären.

 

Ergebnis:

Es geht keineswegs darum das Projekt als solches zu verhindern

- wirklich nicht – aber müssten diese oben genannten Fragestellungen und Probleme nicht erst einmal gelöst sein, bevor ein solches Projekt vor das Volk zur Abstimmung gebracht wird?

Dass hier eine gewisse Diskussionsmüdigkeit viele dazu bewegt, ohne genauer hinzuschauen, die Dinge zu akzeptieren wie sie sind, ist verständlich. Richtig wäre es aber, die genannten Probleme zu lösen -  bevor ein Volksentscheid die politisch Verantwortlichen dazu zwingt.

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