planungsbeirat - elemente des leitbildes

publiziert am 12. Juli 2011 im Steiner Anzeiger

Der Einwohnerrat hat mit Sitzung von 17.Juni 2011 beschlossen, dass eine komplette Überarbeitung der Leitbilder für Stein am Rhein geleistet werden soll.

Ein solches Leitbild – bestehend aus sehr unterschiedlichen Themen bereichen – zu entwerfen, ist eine Aufgabe von höchster Komplexität.

Will man nicht billigend in Kauf nehmen, dass am Ende ein dickes Buch für den Papierkorb entsteht, dann muss zu Beginn dieser Arbeit sehr klar strukturiert – somit geordnet werden – insbesondere was die Themen anbetrifft, zu denen Aussagen und Zielvorstellungen entwickelt werden sollen.

Ein Themenbereich (unter Vielen) für den ein Leitbild erarbeitet werden muss heisst: Stadträumliche Entwicklung

Wir sollten uns vergegenwärtigen was der Begriff Leitbild wirklich meint – welcher Gedanke ihm also innewohnt – ohne genauere Beschreibung.

Ein Leitbild will fraglos in die Zukunft weisen, somit Orientierungshilfe sein für das was noch nicht ist, aber sein könnte – besser noch aus einer Reihe guter Gründe - sein sollte.

Dem Wesen nach ist demnach ein Leitbild - eine Idee, eine Zielvortellung, ein guter Gedanke - im Kern eine Vision für eine zukünftige gute Entwicklung.

Die Frage die wir uns stellen müssen lautet demnach:

Wie und durch wen, kann ein Sammlung guter Gedanken – Zielvorstellungen und Visionen erarbeitet, beziehungsweise produziert werden; und wie kann und muss die Nahtstelle, das heisst die Übergabestelle zu den politischen Akteuren, gestaltet werden.

Wünschenswert ist eine harmonische und permanente Deutung und Interpretation des Leitbildes durch die politisch verantwortlichen Akteure und die Fachbeiräte.

Dies kann nur dadurch geleistet werden, dass ein permanentes Gremium – in geeigneten Abständen – tagt.

Ein solches Gremium könnte und sollte sich an geeigneten Vorbildern orientieren: das Stichwort hierzu lautet - der Planungsbeirat.

Politsch verantwortlich handelnde Gemeinden, die vor einer solchen Aufgabe stehen, organisieren und beauftragen einen Planungsbeirat – bestehend aus kompetenten und möglich ortsnahen Architekten, Stadtplanern, Verkehrsplanern, Landschaftsarchitekten, somit ein Fachgremium deren Mitglieder nicht aus politschem Proporzdenken bestimmt werden, sondern über ihre Fachkompetenz – als unabhängige Instanz.

Deren Aufgabe ist es, das städtebauliche Leitbild entweder ganz oder in Teilen zu entwerfen – selbstverständlich unter Einbeziehung der Öffentlchkeit, das heisst der Bürgerinnen und Bürger vor Ort.

Die Planungsinhalte der hier erarbeiteten Zielvorstellungen und Visionen (wie sie aus dem Leitbild resultieren) – in die alltägliche Arbeit weiterzudenken muss durch einen regelmässigen Gesprächsturnus zwischen Gemeinderat/Einwohnerrat und Planungsbeirat gewährleistet werden.

Die Konstituierung (Einrichtung) dieses Planungsbeirates – für den oben genannten Aufgabenbereich - kann, muss aber nicht zwingend durch den Gemeinderat erfolgen. Denkbar ist - mindestens genau so gut – die Beauftragung durch eine gemeinnützige Stiftung.

Wichtig und unverzichtbar ist allerdings eine im Konsens beschlossene Geschäftsordnung, die den Aufgabenbereich – somit Rechte und Pflichten – klar definiert.

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