stadtentwicklung oder zersiedlung

publiziert am 21. Dezember 2010 im Steiner Anzeiger

Die Platzflächen am Undertor sind derzeit nicht gestaltete "Restflächen" vor dem Tor zur eigentlichen Stadt. Fast "vergessene" Gebiete, mal Parkplatz für Auto und Busse, mal Zirkusfeld oder auch einfach nur "Niemandsland".

Dass dieses Land vor den Toren der historischen Stadt das wertvollste stadträumliche Erweiterungsgebiet für Stein am Rhein ist, leuchtet sofort ein - betrachtet man das Ganze aus der Vogelperspektive zum Beispiel vom Hohenklingen.

Es genügt nicht auf dieses Gebiet einfach mal ein Parkhaus zu platzieren. Es braucht dringend die Einsicht in die Notwendigkeit dieses ganze Gebiet stadträumlich zu beplanen - mit all dem was zu einer Stadt gehört - Strassen, Plätze und umgebende Bebauungen.

Das Parkhaus kann dann ein kleiner - eher untergeordneter Teil dieses Ganzen sein.

Gerade weil das Ganze ja noch nicht entworfen ist, kann die Lösung des Parkhausproblems nicht dadurch herbeigeführt werden, dass nun die bestehende Planung kosmetisch geschönt wird. Dies würde auch dem Volksentscheid in keiner Weise gerecht werden.

Politik - an dieser Stelle sei daran erinnert - hat die Aufgabe den Volkswillen zu repräsentieren - und nicht ihn auf geschickte Art und Weise - durch Wiedervorlage - zu umgehen.

Nun sind gute, weitsichtige und weitgreifende Gedanken gefragt - besser noch visionen - die im Konsens mit der Bevölkerung und den politischen Akteuren weiter geplant und weiter entwickelt werden sollten.

Dieser Planungsprozess kann nur gelingen als Dialog auf der Basis gegenseitiger Wertschätzung.

Die von uns - vision stein am rhein - an dieser Stelle vorgelegte städtebauliche Konzeptstudie versteht sich als Ideensammlung. Diese Gedanken haben das Ziel die vielschichtigen Bedürfnisse der Stadt so zu lösen, dass ein gut gestaltetes Stück Stadterweiterung entsteht.

Ein Ordnungsprinzip also, in das hinein die einzelnen "Bausteine" (Gebäudeentwürfe) später im Laufe der Jahre und Jahrzehnte - eingefügt werden können.

Ein erster Platzraum könnte dadurch entwickelt werden, dass ein bauliches Gegenüber geschaffen wird zu der historischen Häuserzeile (der Altstadt), zwischen Undertor und Obertor.

Die den Platz umgebende Bebauung könnte die Themenbereiche, Einkaufen, Stadtverwaltung, Wohnen, Alterswohnen und Arbeiten aufnehmen in Verbindung mit der Lösung der Tiefgarage für Anwohner, Kurzparkplätze und dem Busparkplatz.

Ein zweiter Platzraum könnte direkt am Wasser entstehen als Gegenüber der historischen Häuserzeile zwischen Undertor und Hexenturm/Rhein. So gefasst und mit einem Wasserbecken belebt, wäre dieser Platz am Wasser und seine umgebende Bebauung der ideale Standort für die Themenbereiche Gastronomie, kulturelle Veranstaltungen, Fahrräder, WC Anlagen.

Ein neuer Stadtraum kann auf dem Gebiet Heerewis / Friedau entwickelt werden. An dieser Stelle kann auch am ehesten der Bedarf für touristisches Parken befriedigt werden - beispielsweise als Tiefgarage und Basisgeschoss für eine darüber liegende Bebauung.

Der hier dargelegte Grundgedanke ist keineswegs utopisch sondern wäre mit kluger Weitsicht und etwas Mut (mit freundlicher Unterstützung der Stiftung) durchaus innerhalb eines Zeitfensters von 5-10 Jahren realisierbar.  Die privat betroffenen Grundstücke müssten mit Blick auf das Ganze schnellstmöglich käuflich erworben werden.

Wie wichtig in diesem Zusammenhang die richtige Prioritätensetzung ist zeigt der Blick auf die lange Reihe der anderen ebenfalls zu lösenden baulichen Probleme in Stein am Rhein und Vor der Brugg.

Die da wären: Rheinufergestaltung, Strandbad, Überlaufparkplätze Auto Bus, Friedhof, Dreifachhalle, Parking Ost, Rathaus, Spielzeugmuseum, Chirchofplatz, Rheinbrücke, Charregass, Bahnhofsareal, Häldeli, römisches Castell, Eggli-Areal etc.

Ein stä¤dtebauliches Gesamtkonzept ist daher unabdingbar.

Unser Vorschlag ist:

Betrachtet man die Finanzen kommt für den Bürger überraschendes zu Tage: Das per Volksentscheid abgelehnte Parkhaus spart ca. 15 Mio.

Laut Aussage des Stadtpräsidenten ( SN 16.12.10 ) besteht für das kommende Jahr ca. 20 / 23 Mio von der Stiftung zur Verfügung. Davon könnte bestimmt ein Anteil in ein städtebauliches Konzept fliessen, wie auch die bereits zugesagten 10 Mio. für das Parkhaus.

Tiefgarage
eingeschossig mit ca. 80 - 100 Plätzen für die Besucher des Verwaltungsgebäudes und die Bewohner der Altstadt und Vorstadt.
Kosten ca. 3 Mio.

Verwaltungsgebäude (z.B. Ellipse)
Stadtverwaltung und regionale technische Ämter.
Kosten ca. 5 Mio.

Platzanlage (oberer Untertorplatz)
für Kurzparkierer und Busvorfahrt, nutzbar auch als Jahrmarkt- und Festplatzfläche. (Zirkus)
Kosten ca. 2 Mio.

Empfangsgebäude
Buswarteraum, Fahrräderparking, WC- Anlagen, ev. mehrgeschossig mit öffentlicher Nutzung.
Platzanlage am Wasser (unterer Untertorplatz)
Gestaltete Grünanlage zum Verweilen. (ev. Zirkus)
zu 4 und 5
für eine solche aufgezeigte Realisierung müssten nun die betroffenen privaten Grundstücke durch die Stadt Stein am Rhein erworben werden. Auch wären entsprechende Zonenänderungen notwendig.Die Volksinitiative "Zukunftgerichtete Infrastruktur" und die städtebauliche Entwicklung von Stein am Rhein sind eng verknüpft.Die Volksinitiative "Zukunftgerichtete Infrastruktur" und die städtebauliche Entwicklung von Stein am Rhein sind eng verknüpft.
Kosten ca. 5 Mio.

Wären so die 15 Mio. der gescheiterten Vorlage nicht viel sinnvoller angelegt?

In Zukunft:

Kulturgebäude / Gastronomie

Parkhaus Heerewis / Fridau, eingeschossig mit ca. 300 Parkplätzen.

Bebauung Heerewis / Fridau, verdichtetes Wohnen, Alterswohnungen, Gewerbe.

Wohn- und Geschäftshaus, auf dem privaten Areal könnte das Bauvolumen realisiert werden, welches den oberen Untertorplatz einfasst. Eine entsprechende Zonenänderung wäre dafür notwendig.

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