stadtraum am undertor

publiziert am 07. Juli 2009 im Steiner Anzeiger

Vor dem Untertor in Stein am Rhein gibt es Wiesen und Freiflächen. Was auf den ersten Blick als ländliche Idylle erscheint mit - Schrebergärten, Hecken, Liliputeisenbahn, etc -. ist in Wahrheit ein Sammelsurium von Zufälligkeiten insbesondere im Bezug auf Organisation von Parkplatzflächen und fliessendem Verkehr.

Bei ganzheitlicher, stadträumlicher Betrachtung erweist sich aber genau dieses Gebiet als wertvollste Erweiterungsfläche für die Stadt Stein am Rhein. Eine Erkenntnis, deren Bedeutung nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. An dieser Stelle wird sich erweisen, ob die Stadt eine Zukunft haben wird in der städtebaulichen Weiterentwicklung oder nicht.

Alle bisherigen planerischen Ansätze haben die Bedeutung dieses Stadtraums weder erkannt, noch wurde damit in angemessener Weise umgegangen.

Ohne den Anspruch zu erheben, dass unsere Gedanken, Vorstellungen und räumlichen Konzepte die ,Ultima Ratio’ seien, kann zum jetzigen Zeitpunkt aufgezeigt werden, dass es eine ganze Reihe von planerischen Überlegungen gibt, die ein hohes Mass an situationsbedingter Logik haben.

Grundgedanke hierbei wäre der Aufbau einer Raumkante als Gegenüber zum Verlauf der Stadtmauer, das heisst der Häuserzeile am Untertor.

Denken wir uns einen Kopfbau als Gegenüber der Wasserkante des Rheins, dann entsteht ein innerstädtischer Platz, zum Wasser orientiert, von hoher Qualität.

Damit verbunden ist auch die Erkenntnis, dass das anschliessende Gebiet zwischen Rietstrasse und Hettler einen neuen Stadtraum darstellt, der für die stadträumliche Erweiterung von Stein grösste Bedeutung hat.

In diesem Gebiet darf nicht weiter wahllos parzelliert und weitergebaut werden. Eine weitere Zersiedlung sollte vermieden werden.

Die Grundeigentümer der betreffenden privaten Parzellen müssten mit höheren Nutzungen belohnt und in ein Gesamtkonzept eingebunden werden.

Die Nutzung in diesem neuen Stadtteil ist genauso komplex und vielfältig wie der Städtebau selbst, d.h., organisiert werden müssen der fahrende und ruhende Verkehr, Geschäfte, Verwaltung, Wohnen, Alterswohnen etc. Idealtypischerweise könnte in dem Kopfbau an dem neu entworfenen ‚Steiner Platz’ die neue Stadtverwaltung mit allen ihren Einrichtungen ein neues Zuhause finden.

An diesem neuen Platz müssten dann idealerweise die zentralen Einrichtungen und Geschäfte für den täglichen Bedarf liegen.

Besonders schön wäre die Schaffung einer Wasserfläche / eines Wasserbeckens als Teil der Platzgestaltung und als Wiederaufnahme eines historischen Vorbildes (des Stadtgrabens) in diesem Bereich.

Zum Thema Parkhaus wäre folgendes anzumerken: Es gab einen Wettbewerb, die Arbeiten wurden prämiert. Allerdings wurde hierbei übersehen dass ein Parkhaus nicht nur eine allein stehende Bauskulptur sein darf, sondern unbedingt Teil einer städtebaulichen Gesamtplanung sein muss. Wenn das nicht der Fall ist, wird ein solcher Baukörper - so schön er im Einzelfall auch sein mag – lediglich zum Hindernis für zukünftige stadträumliche Konzepte. Ohnehin solle bedacht werden, dass Parkplatzflächen nicht notwendigerweise konzentriert werden müssen – an einem Ort – sondern auch verteilt werden können.

Die Verkehrsführung an dieser Stelle sollte sich einerseits an den bestehenden Strukturen orientieren, andererseits wäre es von grosser Bedeutung den neu geschaffenen Steiner Platz vom durchfliessenden Verkehr freizuhalten. Somit erhöht sich die Qualität für die Benutzung durch den Fussgänger. Als logische Konsequenz wäre es daher wichtig, den Durchgangsverkehr in langfristiger Perspektive über eine grosszügig geplante Umfahrung der Innenstadt zu leiten. Eine solche Umfahrung könnte von der Heerewis bis etwa Mehrzweckhalle Schanz als im Tagebau erstellte Tunnellösung erfolgen. Hierfür gibt es genügend gut realisierte Beispiele.

Die Grösse des dargestellten neuen Stadtraums erfordert einen entsprechendes stadträumliches Gesamtkonzept mit entsprechendem Masterplan.

Planveröffentlichung mit Genehmigung des Kant. Vermessungsamtes.

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