die dinge müssen im zusammenhang gesehen werden

publiziert am 16. Juni 2009 im Steiner Anzeiger

Wir können und dürfen unseren Blick nicht alleine auf den verkehrsfreien Chirchhofplatz fokussieren ohne nicht auch die Auswirkungen auf Vor der Brugg zu sehen und zu bedenken.

Das stadträumliche Zentrum von Vor der Brugg ist zweifellos der Platz am Brückenkopf. Er wird bisher in seiner Qualität und in seinen Möglichkeiten unterschätzt und nicht wahrgenommen. Man stelle sich vor, dieser Platz und die daraus sich entwickelnde Charregass wären frei vom durchfliessenden Autoverkehr. Der Fussgänger stünde im Mittelpunkt, es gäbe Entwicklungspotential in wirtschaftlicher, wie auch in stadträumlicher Hinsicht. Eine Aufwertung wie im Altstadtbereich wäre durchaus möglich.

Zielvorstellung der neuen Verkehrsführung über die Brücke, ist den durchfliessenden Autoverkehr herauszunehmen. Das verbleibende Verkehrsaufkommen bestünde aus Fussgängern, Velos, Städtli-Bussen, Taxis und Rettungsfahrzeugen.                          

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob die Fahrbahnbreite der Rheinbrücke in ihrer jetzigen Gestalt dann noch notwendig ist. Eine Umgestaltung bezogen auf die veränderte Nutzung wäre möglich.

Der nächste Themenbereich ist die Verbindung, das heisst die Wegeführung vom Brückenkopf Vor der Brugg zum Bahnhof und das Bahnhofsareal selbst.

Tritt man heute aus dem Bahnhof hinaus und will den Stadtkern aufsuchen, so steht man vor einem Orientierungsproblem. Es gibt keine klare stadträumliche Ordnung, keine klare und auch von Erlebniswert geprägte Wegeführung.

Will man all das zum Besseren verändern, so wäre nichts logischer und schöner, als der Aufbau einer direkten Wegeführung vom neuen Bahnhofsplatz über den Rosenberg und eine neu zu bauende Fussgängerbrücke (über die Wagenhauserstrasse) hin zu einem neu gestalteten Platz auf dem Häldeli - mit überwältigender Aussicht auf ganz Stein und den Rhein.

Für den Bewohner/ Besucher gäbe es dann zwei schöne Möglichkeiten um in die Innenstadt zu gelangen. Entweder zu ‚Fuss’ über eine abgetreppte Wegeführung oder über einen gläsernen Aufzug mit dem das Niveau des Vor der Bruggplatzes an der Brücke erreicht wird. Der Aufzug selbst wäre eine zusätzlich Attraktion für das Stadterlebnis.

Die Wegeführung zwischen Bahnhof und Innenstadt bekäme eine völlig neue und überzeugende Qualität.

Es lohnt sich über den Bahnhof und das Bahnhofsareal nachzudenken.

Derzeit fokussieren an dieser Stelle eine ganze Reihe von stadträumlichen Problemen und Probleme der Wegeführung.

Die jetzige Trassenführung der Bahn zerteilt zwei Stadtgebiete - Vor der Brugg und Degerfeld - die eigentlich zusammengehören. In der Folge gibt es ungelöste Probleme im Bereich der Bahnhofsunterführung und der Bahnschranke an der Kaltenbacherstrasse. Das Bahnhofsareal selbst ist eine Art Niemandsland das keine überzeugende Art der Nutzung hat.

Die bisher auf den Weg gebrachten Lösungsansätze, Sanierung  Fussgängerunterführung und Neuschaffung einer Strassenunterführung der Kaltenbacherstrasse, sind absolut ungeeignet die oben genannten Probleme zu bewältigen. Deren Sanierung und Erneuerung würden lediglich den ungenügenden Zustand zementieren.

Wie so oft entsteht eine tragfähige Lösung nur durch ein ganzheitlich gedachtes, architektonisches Konzept.

Grundidee hierfür ist die Tieferlegung der Bahngeleise.

Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit einer grossflächigen und grosszügigen Verbindung der beiden Stadtgebiete über die Bahngeleise hinweg. Es entstünde ein grosszügiger Platz, der - Bahnhofplatz - auf neuem Niveau. 

- Der Fussgänger darauf hätte Priorität und kann sich frei bewegen.

- Der öffentliche Verkehr bekommt auf diesem Platz seine Haltestellen.

- Der  Individualverkehr kann im Bereich der Strassenführung     Bahnhofstrasse/Kaltenbacherstrasse, bei Tageslicht, ohne sich durch tiefe Unterführungen durchquälen zu müssen, oberirdisch geführt werden.

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