"alea iacta est" - die würfel sind gefallen

publiziert am 06. Mai 2009 im Steiner Anzeiger

Die Bevölkerung der Stadt Stein am Rhein hat die Sanierungsvorlage für den Chirchhofplatz klar abgelehnt.

Die Reaktionen darauf sind naturgemäss sehr unterschiedlich. Von Seiten der Befürworter, seien es Kommissionsmitglieder oder Parteien, wird Enttäuschung geäussert, bis hin zur Verweigerung einer weiteren Mitarbeit an dieser Aufgabe.

Viel wichtiger wäre es die tatsächlichen Gründe für diese eindeutige Ablehnung durch das Volk zu sehen und zu analysieren. Wir müssen klar erkennen, dass eine so wichtige innerstädtische, räumliche Gestaltung sich nicht darin erschöpfen darf, irgendwelche Schikanen für den fliessenden Verkehr aufzubauen und zwischen den Parteien auszuhandeln, sondern tragfähige ‚visionen’ brauchen, das heisst ein gutes architektonisches Konzept.

Das Fehlen eines solchen Konzeptes hat im vorliegenden Fall zur logischen Konsequenz der Ablehnung geführt. Zum grossen Glück gibt es das Instrument der Volksabstimmung. Der Souverän hat entschieden.

 Es genügt nicht mehr, dass ein Grossteil der Finanzierung solcher Bauvorhaben durch die Stiftung getragen wird, auch kleine nachträgliche marginale Veränderungen an diesen Bauvorhaben reichen nicht - die Inhalte müssen stimmen. Interessant ist doch in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass es tragfähige Konzepte gibt, die aber von den politischen Entscheidungsträgern nicht gesehen werden.

Wir müssen das Votum des Volkes als Chance wahrnehmen um ein besseres Konzept zu entwickeln. Hieraus resultiert doch die Erkenntnis und auch der Auftrag, dass bei stadträumlichen Konzepten dieser Grössenordnung der Anteil von Architekten und Stadtplanern in den entsprechenden Kommissionen und Gremien deutlich grösser sein muss als bisher.

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