parkhaus - guter oder schlechter baustein unserer stadtentwicklung

publiziert am 23. November 2010 im Steiner Anzeiger

Das Thema um das es in der Volksabstimmung vom 28.11.2010 geht ist vordergründig ein Parkhaus am Undertor - tatsächlich aber geht es um sehr viel mehr. Das Abstimmungsmagazin der Stadt Stein am Rhein zeigt auf dem Titelbild das Foto einer vertrauten Stadtansicht in das hinein eine fremdartige neue Mauer mit einer Höhe von 3.50 Meter und einer Länge von 65.00 Meter. Der Einfahrtsbereich hat auf einem Drittel der Gesamtlänge sogar eine Höhe von 6.00 Meter.

Bedeutung:

Diese Mauer - kleiner als die chinesische oder ehemalige Berliner Mauer - wird sich absehbar im stadträumlichen Umfeld sehr, sehr wichtig machen - mindestens genau so wichtig wie das Undertor selbst.

Da sich hinter dieser grossen Architekturgeste (Mauer) kein angemessener Inhalt befindet, (weder die neue Staatsbibliothek noch der Sitzungssaal für den neuen Stadtrat von Stein am Rhein), stellt sich die Frage: Ob diese grosse Geste an diesem Ort wirklich angemessen ist.

Gebraucht wird eine einfache, klare und gut funktionierende Tiefgarage, die beispielsweise als eingeschossige Lösung zum halben Preis der Vorlage machbar wäre.

Die jetzt zur Abstimmung vorgelegte Lösung schiesst sowohl in der sichtbaren Baumasse, wie auch in der Preisentwicklung weit darüber hinaus.

Fehlende städtebauliche Gesamtplanung:

Die noch nicht bebauten Platzflächen am Untertor sind als ganzes gesehen das wichtigste und in der Fläche grösste, städtebauliche Erweiterungsgebiet für die Stadt Stein am Rhein. Alles was hier gebaut wird, sollte sich als Teil - als Baustein - einer ganzheitlich gedachten stadträumlichen Ordnung verstehen.

Da diese Gesamtplanung nicht vorhanden ist, fehlt auch die Sicherheit, dass die jetzt geplante Lösung in eine zukünftige Entwicklung passen wird.

Ungelstöste Funktionsabläufe:

Sämtliche Bewegungsabläufe der Busse, Autos, Fahrräder, Fussgänger sind weder geklärt noch geplant.

Öffentliche Einrichtungen wie z.B. WC- Anlagen, Info-Stände etc. sind weder geklärt noch geplant.

Stiftungsgelder:

Das Geschenk einer Stiftung muss doch als Ansporn und Verpflichtung gesehen und verstanden werden.

Hier ist mit besonderer Sorgfalt darauf zu achten, dass dieser Geldsegen nicht am Ende das Gegenteil dessen bewirkt, was ursprünglich hiermit beabsichtigt war.

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