vision chirchhofplatz

publiziert am 05. Mai 2009 im Steiner Anzeiger

Stein am Rhein ist das Zentrum einer kleinen, stetig wachsenden Agglomeration. Darüber hinaus ist es ein baukulturelles Erbe von ganz herausragender Qualität. Wichtig für die stadträumliche Qualität ist die Tatsache, dass die Stadt am Wasser liegt - an der Stelle, an der der Rhein aus dem Untersee entsteht. An dieser Stelle ist ein stadträumliches Gefüge entstanden und erhalten geblieben, dessen wesentliche Qualität die Abfolge von innerstädtischen Platzräumen ist.

Die zur Abstimmung anstehende Vorlage vom 17.Mai 2009 hat zum Inhalt, dass die Verkehrsführung in diesem Bereich, im Mittelpunkt der Gestaltung steht. Ihr müssten sich - in einem solchen Fall - alle anderen Bedürfnisse und Gestaltungselemente unterordnen.

Nimmt man den Wunsch der Bevölkerung und auch der Besucher wirklich ernst, so darf es nicht unser Ziel sein, an einer so wertvollen stadträumlichen Stelle eine Kantonstrasse weiter auszubauen.

Ganz im Gegenteil, unser Ziel müsste darin bestehen, die Plätze den Fussgängern weitgehend zurückzugeben und die Aufgaben der Verkehrsführung an anderer Stelle zu lösen.

Alle die hier liegenden herausragenden, historischen und öffentlichen Gebäude (Rathaus, Stadtkirche, Zeughaus- Spielmuseum, Kloster St. Georgen, Pfarrhaus) - alle diese Bauten und der sie verbindende öffentliche Raum, könnten auf diese Weise, besser erlebbar und ins Bewusstsein der Menschen zurückgeholt werden.

An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass durch das Zusammenwachsen von Stein am Rhein und Hemishofen die Hemishoferbrücke auch zur Steinerbrücke wird und damit bereits ein Grossteil der Probleme des fliessenden Verkehrs gelöst sind.

Wer hätte sich vor 30 Jahren einen verkerhrsfreien Rathausplatz oder Frohnhofplatz vorstellen können. Ein Zustand wie im Jahre 1970 ist heute undenkbar.

Aus allen oben genannten Gründen wäre es unsere Aufgabe den Chirchhofplatz mit einem einheitlichen Belag, so zu gestalten, dass er zur logischen Fortsetzung des Rathausplatzes wird und damit die Benutzung durch den Menschen in den Vordergrund gestellt wird.

In logischer Konsequenz muss die Vorlage vom 17. Mai 2009 abgelehnt und überarbeitet werden.
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