17 steiner bahnhof

- Unterführung ?
- Überführung ?
oder doch besser die richtige Lösung ?

Unter dem Titel „Chance für eine nachhaltige Lösung nicht verpassen“, hat der Hanspeter Kessler einen bemerkenswert klugen und engagierten Beitrag verfasst (SN vom 25.04.2012).

Der letzte Satz hiervon lautet wie folgt: „Jetzt besteht die grosse Chance eine zeitgemässe, der Stadtentwicklung angepasste und nachhaltige Lösung zu realisieren“.

Es mehren sich also die Einsichten, dass nur die Sanierung der Fussgängerunterführung keine Lösung ist, oder besser gesagt eine Lösung ist, die weder den heutigen noch den zukünftigen Bedürfnissen gerecht wird und schon gar nicht der städtebaulichen Aufgabe genügt, den Bahnhof nicht als trennendes sondern als verbindendes Element der Stadtgestaltung zu entwickeln und für die Bewohner der Stadt erlebbar zu machen.

Wir sind somit an dem Punkt angekommen, an dem andere – neue – wirklich tragfähige Gedanken und Konzepte für die Lösungsfindung gesucht und gefunden werden sollten.

Hierzu der Beitrag von „vision stein am rhein“ verfasst (Steiner Anzeiger Nr.24 vom 16.06.2009)

Zitat: Die jetzige Trassenführung der Bahn zerteilt zwei Stadtgebiete - Vor der Brugg und Degerfeld - die eigentlich zusammengehören. In der Folge gibt es ungelöste Probleme im Bereich der Bahnhofsunterführung und der Bahnschranke an der Kaltenbacherstrasse. Das Bahnhofsareal selbst ist eine Art Niemandsland das keine überzeugende Art der Nutzung hat.

Die bisher auf den Weg gebrachten Lösungsansätze, Sanierung  Fussgängerunterführung und Neuschaffung einer Strassenunterführung der Kaltenbacherstrasse, sind absolut ungeeignet die oben genannten Probleme zu bewältigen. Deren Sanierung und Erneuerung würden lediglich den ungenügenden Zustand zementieren.

Wie so oft entsteht eine tragfähige Lösung nur durch ein ganzheitlich gedachtes, architektonisches Konzept.

Grundidee hierfür ist die Tieferlegung der Bahngeleise.

Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit einer grossflächigen und grosszügigen Verbindung der beiden Stadtgebiete über die Bahngeleise hinweg. Es entstünde ein grosszügiger Platz, der - Bahnhofplatz - auf neuem Niveau. Der Fussgänger darauf hätte Priorität und kann sich frei bewegen. Zitatende.

Vielleicht offenbart sich nun mit dem nötigen zeitlichen Abstand die Richtigkeit einer solchen konzeptionellen Vorgehensweise.

Stattdessen wurden in der Zwischenzeit immer wieder Fakten geschaffen die eine gute zukünftige Entwicklung verunmöglichen.

- Ausbau und Sanierung der Geleise
- Sanierung der Perrons
- Sanierung des historischen Bahnhof
- Vergabe von Planungsaufträgen für eine fragwürdige – und falsche Unterführung

Es wäre es an der Zeit zu erkennen, dass die Politik der kleinen Schritte deswegen nicht weiterführt, weil ein ganzheitliches Konzept fehlt. Das Bahnhofsareal darf nicht als städtebauliches Entwicklungs – Hindernis zementiert werden, sondern muss ganz im Gegenteil die Aufgabe eines neuen städtebaulichen Zentrums übernehmen.

Von dem neu gewählten Stadtpräsidenten/in und dem dazu gehörenden Stadtrat darf der Steiner Stimmbürger zurecht erwarten, dass der formelle Neubeginn auch ein inhaltlicher Neubeginn wird.

Hierzu sei darüber hinaus folgendes festgestellt:

Gute Planungsarbeit kann nur das Arbeitsergebnis eines Gremiums sein das aus kompetenten Fachleuten besteht: Architekten, Städteplaner, Freiraumgestalter, etc.

Mit anderen Worten: Die Stadt Stein am Rhein, das heisst der Stadtrat als politischer Entscheidungsträger braucht einen Planungsbeirat – unabhängig und nicht nach politischem Proporzdenken zusammengesetzt – der die Lösungsfindung leisten kann und als Entscheidungsgrundlage (wenn nötig in Varianten), vorlegt.

Nur auf einer solchen Grundlage kann die Lösung der anstehenden baulichen Probleme gesucht und gefunden werden.

Bleibt somit am Schluss die Hoffnung, dass der neu zu wählende Stadtrat diesen Weitblick hat und ein wirklich neues Kapitel der Steiner Stadtgeschichte geschrieben werden kann – gerade im Blick auf eine gute zukünftige Entwicklung, die wir uns doch Alle wünschen.

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